Starnberger Merkur vom 15. Oktober 2003

LIEBE LESER

Zwickmühle

   Wenn der Stadtrat am 27, Oktober entscheiden soll, ob er am B 2-Entlastungstunnel festhält oder künftig die Umfahrung oder den Seetunnel weiter verfolgt, befindet er sich in der Zwickmühle. Nicht zuletzt deshalb hat die CSU-Bundestagsabgeordnete Ilse Aigner schon die Vertagung der Entscheidung empfohlen. Bürgermeister Ferdinand Pfaffinger lehnt das ab und tut gut daran. Denn ein Aufschub würde keines der Probleme lösen.
    Hingewiesen wir stets auf das hohe Risiko, das Starnberg eingehen würde, sollte es sich vom "schon so weit gediehenen" B 2-Tunnel verabschieden: Die Verkehrsentlastung der Stadt könnte dann aus dem vordringlichen Bedarf herausfallen, mit dem es im Bundesverkehrswegeplan noch steht, die neu bevorzugte Lösung hätte keinerlei Garantie, jemals die Baugenehmigung und die Finanzmittel zur Realisierung zu erhalten.
    Wer aber ehrlich ist -





BARBARA
IRLBAUER

und nach 20 Jahren vergeblicher Bemühungen, Starnberg zu entlasten, sollten Alle endlich ehrlich sein - muss auch sagen, dass der B 2-Tunnel die gleichen Risiken birgt. Eine Baugenehmigung ist nämlich nur für die kurze Variante zu erwarten, die die Stadt mehr zerstört als ihr hilft. Der auch vom Stadtrat schon geäußerte Wunsch auf Verlängerung der Röhre hätte ebenfalls Einfluss auf Planungsdauer und Kosten-Nutzen-Wert. Somit gibt es hierzu auch keine Garantie für die Baugenehmigung.
   Vielleicht zwickt die Mühle doch nicht so schlimm. Vorausgesetzt man nimmt Mut und Weitblick zusammen, trifft die für Starnberg richtige Entscheidung und konzentriert dann alle Kräfte auf die schnelle Umsetzung.