Leserbrief aus den Starnberger SZ vom 11. Oktober 2003


Konzentration
aufs Machbare

Zum Artikel "Hanfelder bangen um ihre Wohnqualität", vom 13./14. September:

   Ein Bravo dem Arbeitskreis „Handfeld Nord“ unter der Leitung von Herrn W. Schneider! Endlich realisieren mehr Starnberger Bürger, was die umweltzerstörende OPLA-Umfahrung für Starnberg und seine Umgebung bedeutet.
Starnberg braucht keine zusätzlichen Straßen, die Natur- und Landschaftsschutzgebiete (zum Beispiel FFH-Gebiet, Leutstettener Moos, Galgenberg an der geplanten Westtangente) aufbrechen und die noch intakten Erholungsgebiete zerstören. Denn letztendlich ziehen, wie wir alle wissen, zusätzliche Straßen zusätzlichen Verkehr an.
   Leider scheint im Starnberger Stadtrat die CSU-Mehrheit um die „Seniorenriege“ die Oberhand zu gewinnen, die sich massiv für die OPLA-Umfahrung einsetzt. Das würde für Starnberg bedeuten:
 Tunnellösung ade! Gelder gestrichen (Herr Stolpe freut sich). Lösung der Verkehrsproblematik wiederum, wie schon die nahezu 30 Jahre unter CSU-Führung, für weitere Jahrzehnte vertan. Wollen wir das? Sicherlich nicht! Also konzentrieren wir uns auf die rasche Umsetzung des Machbaren: den Amtstunnel!
   Es sei noch angemerkt, dass die OPLA-Umfahrung werktags zwischen 7 bis 9 Uhr und 17 bis 19 Uhr eine gewisse Entlastung für Starnberg bringen könnte. In den übrigen Zeiten würden aber alle Verkehrsteilnehmer die bisherige Ortsdurchfahrt vorziehen, statt die wesentlich längere und somit teurere Nordwestumfahrung zu wählen. Der Tunnel aber schluckt die Verkehrsteilnehmer am Ortseingang und spuckt sie am Ortsende wieder aus. Was wollen wir mehr?
   Wir sind alle irgendwann nach Starnberg gezogen, um in einer intakten, schönen Umwelt zu leben. Die wollen wir uns nicht durch unsinnige Planungen wie OPLA-Umfahrung und Westtangente zerstören lassen. Und übrigens: Auf die so oft gestellte Frage „was geht vor, der Mensch oder die Natur“, ist zu sagen: Der Mensch ist Teil der Natur, und wenn diese nicht möglichst gut geschützt wird, werden unsre Kinder bald nichts mehr zu lachen und zu leben haben.

Fazit: Also Starnberger Stadträte aufgepasst: Überlegen Sie sich gut, wofür Sie am 27. Oktober bei der entgültigen Abstimmung über Starnbergs Verkehrszukunft votieren!
Heiner Dex
Starnberg
Initiative Starnberger Natur
und Verkehr