Artikel aus dem Starnberger Merkur vom 13./14. September 2003



Angst vor Autobahnring


Anlieger der St 2069 haben Arbeitskreis gegründet
VON THOMAS LOCHTE

Hanfeld - Die Anwohner von Hanfeld und Taubenhüll befürchten mit der geplanten Fortsetzung der Eschenrieder Spange vor ihrer Haustüre eine drastische Verkehrszunahme. Und beäugen argwöhnisch die Diskussion um eine Umfahrung Starnbergs als Tunnel-Alternative.

   Die Auswertung eines Fragenkatalogs, den der 54-jährige Starnberger Starnberger Wolfgang Schneider ausgearbeitet hat, ergab ein eindeutiges Bild:
Die befragten Anwohner aus Hanfeld und die Anrainer der Oberbrunner Straße (Staatsstraße 2069) rechnen mit massiven Lärm- und Schadstoffbelastungen, wenn auf der Basis des Konzepts OPLA/ von Redwitz bei Hanfeld ein Zubringer-Effekt zwischen Lindauer Autobahn und der Autobahn A 95 München Garmisch entstehen sollte. Der von Schneider initiierte "Arbeitskreis Hanfeld Nord" (zehn Mitglieder) hat jetzt eine Unterschriftenliste mit
Wolfgang Schneider Wolfgang Schneider: Besser vorbeugen als später jammern Foto: SvJ

52 Namen im Rathaus abgegeben, die die Sorgen der Bewohner zum Ausdruck bringt. "Wir hatten den Fragenkatalog im Rahmen einer Bürgerversammlung vorgelegt - nur zwei Besucher haben nicht unterschrieben", so Schneider.
   Der seit 1983 an der Oberbrunner Straße wohnende Unternehmensberater zeigte sich irritiert von widersprüchlichen Informationen über die Trassenführung: "Ein Stadtrat sagte mir vor zwei Monaten, die im Internet kursierenden
 Umfahrungsvarianten des Straßenbauamtes seien nicht mehr aktuell. Wie auch immer - mein Ziel ist es zu verhindern, dass wir hier zum Autobahnring München werden." Laut Arbeitskreis passieren bereits jetzt 7500 Kraftfahrzeuge  - darunter ein Gutteil Schwerlastverkehr - pro Tag die 2069 im genannten Bereich. Dem Einwand, die Umfahrung komme möglicherweise schon wegen der hohen Planungshürden gar nicht, entgegenete Schneider: "Besser, als die Hände in den Schoß zu legen und hinterher zu jammern."