Starnberger SZ vom 11. April 2003


Zweiter Runder Tisch zur Verkehrslösung in Starnberg
Opla-Umfahrung schneidet am besten ab

Bis zur nächsten Veranstaltung am 28. Mai sollen Naturschutzfragen geklärt werden

Von Sylvia Böhm-Haimerl

Starnberg - Eine Umfahrungslösung könnte für Starnberg die größten Entwicklungsmöglichkeiten bieten. Dies ergab die Bewertung Starnberger Verkehrslösungen auf der zweiten Runden-Tisch-Veranstaltung nach den Kriterien Wirksamkeit und städtebauliche Entwicklungspotenziale in der Schlossberghalle.

Je weiter eine Verkehrslösung von der Stadt entfernt sei, umso besser seien die Entwicklungsmöglichkeiten für Starnberg, fasste Bürgermeister Ferdinand Pfaffinger die Untersuchungsergebnisse von August Janello und Albert Blaumoser zusammen. Er wies aber darauf hin, dass in die Bewertung nur zwei der insgesamt acht Beurteilungskriterien eingeflossen sind. Die Beurteilung könnte sich seiner Ansicht nach wieder ändern, wenn auf der nächsten Runden-Tisch-Veranstaltung am 28. Mai die Kosten, sowie die technische Machbarkeit behandelt werden.

  "Bis dahin müssen wir klären, ob es möglich ist, eine Straße durch FFH-Gebiet zu bauen", sagte Pfaffinger vor dem Hintergrund, dass die Trasse der OPLA-Umfahrung (Redwitz/Graber) rund 200 Meter über Naturschutzgebiet verlaufen soll.
   Beeindruckt zeigten sich die rund 100 Zuhörer von der Verkehrssimulation am Computer des Verkehrsexperten August Janello. Nach Janellos Prognose ist die OPLA-Umfahrung die einzige Verkehrslösung, die sämtliche Verkehrsbeziehungen gestattet und auch in Spitzenzeiten keinerlei Probleme bereitet. Die Tunnellösungen bedienen den Durchgangsverkehr am besten, allerdings wird es am Flaschenhals Nordausgang weiterhin einen gewissen Rückstau geben. Außerdem werden Hanfelder und Söckinger Straße nicht entlastet. Die Kombination der Tunnellösungen mit der Westspange bringt indes nur eine geringe Verbesserung, wobei der Seetunnel bei den meisten Punkten besser abschneidet, als der B2-Tunnel. Ein weiteres Urteil Janellos, das viele Bürger
  überraschte: Sogar die Westtangente alleine bringt in Spitzenzeiten eine Entlastung für Starnberg.
   Die Auswertung nach dem Zeitfaktor ergab, dass ein Kfz heute 20 Minuten durch Starnberg benötigt, bei der OPLA-Lösung 11 Minuten und bei der Seetunnellösung nur fünf Minuten. Die anderen Lösungen liegen dazwischen. Bei der Verkehrsdichte schnitt die OPLA-Lösung mit 22 Fahrzeugen pro Kilometer (aktuell 90 pro Kilometer) am besten ab. Janellos Fazit: "Jede Lösung ist besser als die bestehende." Um Starnberg von Barrieren zu befreien, plädierte Albert Blaumoser, der die städtebauliche Entwicklung bewertete, für die Umfahrung, sowie eine Tieferlegung der Bahn. Tunnels bezeichnete er als nicht nachhaltig, da sie nur das Zentrum, nicht aber die Zufahrtsstraßen entlasten: "Wir sollten an die Zukunft denken und keine Lösung aus Verzweiflung wählen." Starnberg brauche eine Lösung, die Entwicklungsmöglichkeiten biete.