Starnberger SZ vom 5./6. April 2003

Westtangente im Osten

Stadt schließt sich Beschluss des Kreisausschusses an
Von Sylvia Böhm-Haimerl

Starnberg - Die Planungsvarianten zur Westtangente sind im Starnberger Bauausschuss am Donnerstag vorgestellt worden. Nach eingehender Diskussion hat sich das Gremium mit 7 zu 5 Stimmen für die dem Galgenberg näher gelegene Trasse entschieden. Damit wurde der Beschluss des Kreisausschusses bestätigt.
   "Alle drei Varianten sind problematisch", erklärte Jörg Riedmaier vom Straßenbauamt München, der die Planungen vorstellte. Der Trassenvergleich habe ergeben, dass alle Varianten einen erheblichen Eingriff in die Natur und in die Umwelt bedeuten. Die Sachverständigen Alfons Neumeier vom Planungsbüro Grünplan sowie Dieter Gier vom gleichnamigen Ingenieurbüro favorisierten die östliche Variante, weil sie schwerwiegende Ausreßer vermeide und daher einen Kompromiss darstelle. Laut Gier liegt sie mit 69 Metern näher am Galgenberg wie die westliche Trasse, die rund 100 Meter von dem Naturdenkmal entfernt ist. Wegen ihres geringeren Landschafts- und Flächenverbrauchs sei sie aber der westlichen Trasse vorzuziehen.
   Dem Einwand von Bürgermeister Ferdinand Pfaffinger, auf der jüngsten Ortsbesichtigung sei die westliche Trasse verträglicher erschienen, widersprach Gier.
Er wies auf die durchgehenden Einschnitte dieser Variante hin. Auch eine Kombination beider Trassen, wie dies Gerd Weger (CSU) vorgeschlagen hatte, sei nicht möglich, sagte er. Wie Gier erläuterte, kreuzt die Westtangente die Andechser Straße höhenfrei und wird über eine Rampe sowie einem Kreisverkehr an die Staatsstraße angebunden. Riedmaier. Riedmeier indes bezeichnete den Kreisverkehr auf freier Strecke als "erhebliches Sicherheitsrisiko". Auch den Vorschlag Otto Gaßners (UWG), die Waldkreuzung sowie die Kreuzung an der Maxhof-Kaserne aus dem Planfeststellungsverfahren heraus zu nehmen, sah er skeptisch. Dadurch könnten Schwierigkeiten beim Grunderwerb entstehen, meinte er. Benedikt Struppler (FDP) kritisierte Gaßners Vorschlag ebenfalls. "Die Panung wird mit Tricks vorangetrieben", urteilte er und plädierte erneut für ein Raumordnungsverfahren.
   "Wir sollten nicht ganz vergessen, was uns erwartet, wenn wir garnichts tun, erklärte indes Pfaffinger. Eingehend diskutiert wurde die Sperrung der Verbindungsstraße von Perchting nach Hadorf  zugunsten der Westtangente. Damit würde die Unterführung entfallen. Dies könnte eine "wesentliche Verbesserung" für die Höhenlage der Trassen bedeuten, sagte Riedmaier.


siehe auch: Blau besser als Rot?