Starnberger SZ vom 10. Mai 2002


Am Montag entscheidet der Stadtrat über die Umgehungsstraße

Widerstand gegen Westtangente wächst

Anlieger, Kommunalpolitiker und Naturschützer fordern Stopp der Trassen-Planung

Von Christian Deussing

Starnberg - Gegen die geplante Westumgehung formiert sich Widerstand. "Die Trasse muss verhindert werden, weil sie laut Gutachten die Ortsdurchfahrt Starnbergs kaum entlastet und eine wertvolle Kulturlandschaft zerstört", erklärte gestern eine neue Initiative, die nun gegen das Straßenprojekt vorgehen will.

   Der Bürgerinitiative gehören besorgte Anlieger aus Hadorf und Perchting an, darunter die Familie Schaller vom Voltigierverein Starnberg. Außerdem unterstützen die Stadträte Benedikt Struppler (SPD), Angelika Grimm und Friedrich Urban (beide Grüne) sowie Günter Schorn, Kreisvorsitzender des Bunds Naturschutz, die Protestaktion. Sie fordern eine
Umweltverträglichkeitsprüfung und ein Raumordnungsverfahren für die etwa 3,2 Kilometer lange Trasse.
   Das Verhältnis von Kosten (rund 4,5 Millionen Euro) und Nutzen sei "negativ" und könnte zu einer "Verkehrs-Sogwirkung" führen, auf die Landesplaner bereits vor 18 Jahren hingewiesen hätten. Man sollte daher die Gelder wirksamer einsetzen, um Starnberg vom Verkehr zu entlasten, hieß es. Dazu zählten bis zum Bau eines Entlastungstunnels die Optimierung der Ampelschaltung in der B 2-Ortsdurchfahrt und der Umbau von großen Kreiúzungen. Zudem müsse die Planung im Zusammenhang mit dem Tunnelprojekt des Luise-Kieselbach-Platzes am Ende der Garmischer Autobahn (A 95) und den geplanten Umgehungen Ober- und Unterbrunn gesehen werden: Denn somit würde die Westtangente
zur Lindauer Autobahn (A 96) für die "Autofahrer unattraktiv", so die Initiative. Diese will nun eine Aufklärungskampagne starten und den Bürgern die von Stadt und Landkreis favorisierte Trassenführung zeigen.
   Laut Initiative würde die neue Straße nicht nur "bis zu 50 Meter an Biotope bei Hadorf" heranreichen, sie zerstöre auch den Moränenhügel "Galgenberg" teilweise und erhöhe durch Abholzungen die "Windbruchgefahr enorm".
   Der Stadtrat wird sich am kommenden Montag mit dem Thema befassen. In der Beschlussvorlage wird die Westtangente als "möglichst kurze aber auch landschaftsschonende Verbindung" bezeichnet. Die Grünen wollen laut Grimm auf eine Ortsbesichtigung durch den Stadtrat und Raumordnungsverfahren drängen.